Chronologie

1969

In Westdeutschland leben insgesamt 2 Millionen Ausländer. Italiener stellen die größte Gruppe.

Willy Brandt (SPD) wird Kanzler der Bundesrepublik Deutschland. Er setzt sich für bessere Beziehungen mit Ostdeutschland, Polen und der Sowjetunion ein.

Die westdeutsche Regierung unterzeichnet ein Anwerbeabkommen mit Südkorea. Infolgedessen werden in den nächsten Jahren 10.000 Krankenschwestern und 8.000 Grubenarbeiter angeworben.

1968

Westdeutschland schließt ein bilaterales Anwerbeabkommen mit Jugoslawien ab.

Die Studentenbewegung in Deutschland fordert die Demokratisierung der Hochschulen und ihre Öffnung für die Arbeiterschicht. Damit markiert sie den Beginn umfassender Hochschulreformen und der Ausweitung tertiärer Bildung bis Ende der 1970er Jahre, die allerdings auch im Interesse der Wirtschaft an hochqualifizierten Fachkräften liegen.

1967

In Westdeutschland organisiert die Außerparlamentarische Opposition Proteste gegen den Vietnamkrieg.

Am 2. Juni wird Benno Ohnesorg von dem Polizeibeamten Karl-Heinz Kurras in Westberlin nahe der Deutschen Oper bei einer Demonstration gegen den iranischen Schah Mohammad Reza Pahlavi erschossen. Kurras wird im Gerichtsverfahren freigesprochen. Über vierzig Jahre später wird er als Stasi-Agent enttarnt.

1966

Die DDR und Polen schließen die Pendlervereinbarung ab. Sie ermöglicht Polen, die zeitweilig in der DDR arbeiten, einen unbürokratischeren Grenzübergang.

1965

Die Bundesrepublik Deutschland und Israel nehmen diplomatische Beziehungen auf.

Westdeutschland schließt ein Anwerbeabkommen mit Tunesien ab.

In Westberlin leben ungefähr 2.700 Türken.

Im April verabschiedet der Bundestag das Ausländergesetz, das die Ausländerpolizeiverordnung von 1938, die über das nationalsozialistische Regime hinaus rechtsgültig blieb, ersetzt. Das Ausländergesetz regelt nun den Aufenthalt von Nichtdeutschen innerhalb der Bundesrepublik. Gastarbeiter, die für fünf Jahre in Westdeutschland gearbeitet haben, erhalten nun eine automatische Erneuerung ihrer Arbeitserlaubnis für weitere fünf Jahre, selbst wenn sie nicht Bürger eines anderen EG-Landes sind. Etwa 400.000 Nicht-EG-Gastarbeiter sind von dieser Regelung betroffen.